Artikel 258

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  • In einem fernen Land im Jahr 94

    „Dormas!“, rief Abitheya, die den muskulösen Ausbildner gerade noch erwischte, bevor er sich für den Abend zurückzog. Er blieb stehen und drehte sich zu ihr um, die Augenbrauen fragend erhoben.
    „Wieder ein Angriff?“, wollte er wissen, doch sie schüttelte den Kopf.
    „Nein, es geht um mich. Hast du einen Moment Zeit?“
    Er seufzte, aber deutete in sein Quartier. Es war etwas größer als die Zellen der Schüler. Er bot Abitheya den Stuhl an und ließ sich selbst auf dem Bett nieder.

    „Danke. Mein letzter Kampf, also der mit Markas, ging nicht so aus, wie er ausgehen sollte. Markas hat mir gesagt, dass er mich gewinnen ließ, damit ich unter den besten vier bin. Ich wusste das vorher nicht und ich will auch nicht wegen solch unfairen Mitteln weiterkommen.“ Sie sprach schnell und aufgeregt und mit den Worten kam die Wut über diese Lüge ebenfalls wieder hoch.
    „Und was willst du jetzt?“, fragte Dormas ruhig, von der Offenbarung nicht überrascht.
    „Ich will, dass… [Weiterlesen]
  • Leyla schloss die Augen und atmete tief die frische Frühlingsluft ein. Die ersten Frühlingsblumen erwachten zum Leben, die Bäume ihre ersten Blätter. In der sanften Briese war immer wieder das freche Keckern von zurückgekehrten Vögeln zu hören. Das Mädchen öffnete wieder die Augen und folgte dem Pfad in den hinteren Teil des Gartens. Hier wuchsen vermehrt auch winterfeste Hecken und der Ort war nicht von überall einsehbar. Bestens für ihr Training geeignet. Bis zu ihrer nächsten Übungsstunde bei Lady de Saint würde es noch ein wenig dauern und sie wollte gut vorbereitet sein. Leyla beneidete ihren Bruder, welcher bei der neu gegründeten Wolfsgarde trainieren sollte. Außerhalb des Anwesens. Das war sicher sehr interessant und sie nahm sich vor, ihn, sobald er zurückkam, ausgiebig darüber zu befragen. Seine Abreise war so plötzlich gewesen, dass Leyla erst davon erfahren hatte, als ihr Bruder schon fort war. Gerne hätte sie sich verabschiedet.

    Leyla blieb stehen, als sie ihr ruhiges… [Weiterlesen]
  • Nebelschwaden durchzogen den Wald. Die Sonne war in den frühen Morgenstunden noch hinter dem Horizont und nur die Dämmerung spendete ein wenig Licht. Es war kühl und ruhig. Die Fauna schlief noch, genauso wie Mendred, Erijon, Parseval und die Männer der neu gebildeten Wolfsgarde. In der Mitte der Lichtung war das Lagerfeuer bereits ausgebrannt und rauchte nur noch schwach vor sich hin. Der Wachhabende streckte sich und freute sich schon darauf, bald seine wohlverdiente Rast zu bekommen. Dabei rasselte leise seine Rüstung.

    Schwarz gekleidete Reiter schnellten durch den Wald. Die Bäume flogen links und rechts an ihnen vorbei. Nebelschwaden wurden zerrissen. Sie wussten genau, wohin sie wollten und trotz ihrer Schnelligkeit bewegten sich die Pferde lautlos. Mit jedem Schritt wuchs die Bedrohung, die von ihnen ausging. Plötzlich wurden sie langsamer und hielten an. Die Reiter stiegen von den Pferden und schlichen zu der Waldlichtung, die sich vor ihnen zeigte. Männer schliefen in… [Weiterlesen]
  • In einem fernen Land im Jahr 94

    Abitheya stand mit vier weiteren Schülern am Rand des Übungsplatzes. Sie alle waren verschwitzt von den vorausgehenden Kämpfen, manche bluteten aus leichten Verletzungen. Auch sie hatte sich einen Schnitt an der Wade zugezogen und das Blut lief langsam über das Bein hinab bis in die Sandalen. Jeder einzelne Schüler musste am heutigen Tage vier Kämpfe gegen andere Schüler bestreiten. Für einen Sieg gab es zwei Punkte für ein Unentschieden einen Punkt und für eine Niederlage keinen Punkt. Die vier Schüler mit den meisten Punkten würden Gladiatoren werden.

    Am Morgen hatte Abitheya den ersten Kampf ausgetragen und einen schnellen Sieg erlangt, indem sie Severinus entwaffnete. Später musste sie gegen Jannick antreten und eine Niederlage hinnehmen. Er war es auch, der ihr die Wunde zugefügt hatte. Den dritten Kampf brachte sie kürzlich hinter sich und nach über zehn Minuten würde er für unentschieden erklärt. Somit erlangte sie drei Punkte.

    Im Augenblick… [Weiterlesen]
  • In einem fernen Land im Jahr 94

    Acht Tage waren seit Dormas‘ Ankündigung vergangen. Obwohl die Schüler die Freiheit hatten, auf ihre eigene Art und Weise zu üben, ging das Leben in der Sekolah beinahe wie gewohnt weiter. Jeder wollte in den letzten Tagen noch das Bisschen lernen, das zum Sieg führen würde. Und so setzten Raskus, Markas und Abitheya auch die abendlichen Lektionen fort.

    „Nein! Wenn ich die Drehung mache und nach links abwehre, dann…“, gab Abitheya lautstark und erhitzt von sich.
    „Ich geh dann mal“, meinte Raskus resignierend zu Markas, zuckte mit den Schultern und setzte seine Worte in die Tat um. Abitheya warf ihm einen zornigen Blick hinterher, da er es wagte, sie zu unterbrechen. Doch die Mühe war vergebens.
    „…dann kann ich keinen Konter setzen. Geht das in deinen Kopf nicht rein?!“, führte sie ihre Worte zu Ende. Markas schüttelt den Kopf. Im Gegensatz zu ihr war er ruhig, aber bestimmt.
    „Ja, vielleicht kannst du keinen Konter setzen, aber du machst deine Flanke… [Weiterlesen]
  • In einem fernen Land im Jahr 94

    Weit über ein Jahr war vergangen, seitdem Abitheya mit der Ausbildung zum Gladiator begonnen hatte. Mit ihr waren es zu Beginn zwölf Schüler gewesen, doch mittlerweile waren sie nur noch acht. Grisathor wurde von ihr in einem Kampf auf Leben und Tod besiegt, Theokro wurde erwischt, als er von der Sekolah zu fliehen versuchte und zwei weitere wurden dahingerafft, von einer fiebrigen Krankheit, die die ganze Schule für zwei Wochen im Griff hatte. Auch einer der Gladiatoren überlebte die Krankheit nicht und ein weiterer ist im Kampf in der Arena gefallen.

    Die Schüler waren kräftiger, ausdauernder und fähiger geworden. Sie kämpften nicht mehr nur mit Holzwaffen, sondern zwischendurch auch mit echten Stahlklingen, denn diese waren leichter und somit etwas anders in der Handhabe als die Übungsschwerter. Als die Schüler das erste Jahr überstanden hatten, sprach der Besitzer der Sekolah das erste Mal zu ihnen. Er gratulierte und erklärte, dass die… [Weiterlesen]


  • Seine Faust rammte sich wütend in ihr Gesicht, als sie ihn angefiel und er sah ihren Körper wortwörtlich davon “Fliegen”. Sie überschlug sich mehrfach den Abhang hinunter und er hob stolz das Kinn, als hätte er den Kampf schon gewonnen.
    Doch statt aufzugeben grunzte sie und rappelte sich langsam auf, während die Augen der Umstehenden skeptisch auf sie gerichtet waren.
    Die Wette war einfach, wenn sie gewann, trat er den “Scheinrufern” bei,wenn er gewann würde er sie zum Essen einladen und ihr einen festen Job versprechen, zumindest dachte er , dass es eventuell so möglich wäre, wenn er seine Freunde ein wenig vollquatschen würde.
    Dieses Teufelsweib hatte ihn inzwischen mehrfach gebissen, böse ins Gesicht geschlagen und einem Tritt in die Weichteile konnte er nur knapp entgehen.
    Und beschimpft hatte sie ihn.
    Solch ein Schimpfwort-Repertoire hatte er so einer Frau niemals zugetraut, auch wenn sie nicht gerade sehr schwächlich aussah.
    Sein Herz raste, pumpte das adrinlastige Blut durch
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  • In einem fernen Land im Jahr 93

    Der Würfel rollte über den Tisch, hüpfte, als er von einem Brett auf das nächste kam und blieb schließlich liegen. Die Augenzahl zeigte vier. Markas schlug die Hände zusammen.
    „Verdammt! Uns wird noch der Wein ausgehen“, stieß er aus und griff nach Raskus‘ Becher und dem Krug mit Wein. Er füllte den Becher auf und reichte ihn Raskus mit den Worten: „Mein König, Euer Wein.“
    Raskus neigte grinsend das Haupt und schnappte sich den Becher. Mit einem Zug schüttete er das Gesöff ich sich hinein. Er stellte den leeren Becher ab, rülpste und sprach. „Ich danke dir, mein ergebener Diener und jetzt gib mir den Würfel.“
    „Wie Ihr wünscht, mein Herr.“ Markas schob den kleinen Würfel rüber und Raskus warf ihn. Eine Sechs. Kommentarlos schob er den Würfel weiter zu Abitheya. Sie hob zuerst ihren Becher an die Lippen, um einen Schluck Wein zu trinken und würfelte.

    Seit dem Zwischenfall beim Mittagessen waren zwei Wochen vergangen. Raskus‘ Nase war beinahe verheilt.… [Weiterlesen]
  • In einem fernen Land im Jahr 93

    Das silbrige Mondlicht brachte die beiden Körper zum Glänzen, als sie mit Holzschwertern aufeinander losgingen. Schnelle Schläge gefolgt von kurzen Pausen und Erklärungen, wieder gefolgt von einer Schlagsequenz. Markas hatte sein Versprechen wahrgemacht und trainierte mit Abitheya in den Abendstunden, manchmal – so wie an jenem Tage – bis in die Nacht hinein. Von Dormas hatten sie die Erlaubnis, die Übungsklingen zu benutzen.
    „Wenn einer von euch die Klinge gegen einen unbewaffneten Schüler oder Gladiator erhebt, werdet ihr beide dafür bestraft. Also achtet auf den jeweils anderen“, lauteten seine warnenden Worte, als er die Holzschwerter übergeben hatte.

    Markas wiederholte an den ersten Abenden mit ihr die Übungen, die ihr tagsüber schwerfielen und zeigte ihr auch die eine oder andere Feinheit. Vor allem arbeiteten sie jedoch an ihrer Beinarbeit. Dass ein stabiler Stand die Basis für Angriff und Verteidigung bildete, wusste sie natürlich, doch er… [Weiterlesen]
  • In einem fernen Land im Jahr 93, wenige Wochen später

    „Aufstehen!“, brüllte Dormas. Jannick schlug stolz mit seinem Holzschwert gegen das Schild und umkreiste den am Boden liegenden Markas. Er pustete dabei seine schulterlangen, blonden Haare zur Seite. Markas hingegen war die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Die Peitsche des Ausbildners knallte durch die Luft, um seinen Befehl zu unterstreichen und er rappelte sich auf. An seiner Haltung war zu erkennen, dass ihm das linke Bein schmerzte, wo er einen Schlag einstecken musste.

    Abitheya stand mit den anderen Schülern am Rand des Übungsplatzes und beobachtete das Duell. Der dunkelhaarige Markas hatte sich in letzter Zeit als der Beste von ihnen erwiesen. Dass er nun gegen Jannick unterlag, kam für alle unerwartet. Markas griff an, das Schwert auf Kopfhöhe über sein Schild geführt, stürmte er vor. Er war kräftiger als Jannick und wollte ihn so zu Boden stoßen. Doch im letzten Augenblick drehte sich Jannick weg, nutzte… [Weiterlesen]