Artikel von „Silberklinge“ 8

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  • Wellenflut - Fortsetzung


    Das Wasser stach wie tausend Nadeln in die Haut. Nicht nur der Aufprall schmerzte, auch die Kälte die den Körper sofort wie ein Schlag erfasste. Die Wellen tobten und ich hatte Mühe weiter die Hand von Cazumy zu halten. Die dreckig-weißen Spitzen auf den mannshohen Wellen brachen über uns ein, eine nach der anderen, tauchten uns unter das Wasser und gaben kaum genug Zeit nach Luft zu schnappen, bevor die nächste eisige Hand uns nach unten drückte. Ich schrie ihren Namen als unsere Finger sich lösten, versuchte zu ihr zu schwimmen, doch es gelang nicht. Mein Blick fuhr umher und innerhalb weniger Lidschläge hatte ich sie aus der Sicht verloren. Doch erfasste jemand anderen im Wasser, etwas abseits. Ein weißer Schopf der wie abgehoben zwischen den Wellen hervor stach, ehe mich wieder eine Welle hinunter drückte und zu ertränken versuchte. Er lebte noch, war von Bord gesprungen oder gespült worden. Einerlei, meine Pflicht war noch nicht beendet und so
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  • Leider musste ich an dieser Stelle aus gegebenem Anlass einige Jahre überspringen. Vielleicht werden diese irgendwann als "Erinnerungen" oder ähnliches noch angefügt, derzeit fehlt mir aber etwas die Eingebung, wie ich sie Momentan gestalten könnte. Ich hoffe es unterbricht nicht den Lesefluß.

    Wellenflut

    Die Wellen schlugen hoch und brachial gegen das Holz des Schiffes, knarrte dieses unter jedem Schlag des Wassers, als müsste es sich anstrengen dem Meer nicht nachzugeben. Es war schwer sich im Innenraum noch auf den Beinen zu halten. Einige der Leibwachen des Prinzen hatten sich ihrer Ehre befreit und erbrachen hemmungslos in einige der Putzeimer, die von den Matrosen des Schiffes in den großen Raum gebracht worden waren. Die Öllampen, die an der Decke hingen und fahles Licht warfen, schwangen immer wieder bei jeder Welle, die das Schiff traf hin und her und erzeugten fratzenhafte Schatten in den Ecken des Laderaumes. Mir war nicht wohl im Magen, doch kämpfte ich die Übelkeit
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  • Es war eine wunderbare und angenehme Wärme die meine Mutter und mich begleitete, als wir den Weg zur Schule entlang gingen. Ich hielt ihre warme und sanfte Hand während dieses leise "Klack, Klack" uns wieder auf der Straße begleitete. Ich vermisse dieses Geräusch viel zu sehr, wenn ich die Straßen heute entlang gehe.

    Die warmen Tage näherten sich immer mehr diesen heißen und feuchten an, doch es würde noch etwas dauern bis die Luft unerträglich werden sollte und so war es nur ein angenehmer Spaziergang zu diesem Gebäude dass nun bald mein Zuhause sein sollte. Wir sahen viele Mütter, die mit ihren Töchtern an ihrer Seite in die selbe Richtung unterwegs waren und genauso wie wir, hatten auch diese leichtes Gepäck bei sich. Wir würden alles was wir brauchten dort bekommen und so hatten wir nicht mehr als ein paar persönliche Dinge gepackt, die ich von meiner Familie bekommen hatte.

    Bei mir waren es nur einige Geschenke meiner Geschwister und ein Kamm, den mein Vater mir als
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  • Es war einmal, damit beginnen wohl die meisten Geschichten. Man beginnt ein Märchen damit, das es einmal so war und so soll es hier auch sein, denn mehr als eine Erinnerung ist es nicht und mehr als diese, wird auch nie mehr sein. Also beginnen wir mit "Es war einmal".

    Es war einmal, vor achtzehn Jahren, in einem Tal, umringt von Felsen und Wald. Ein Krater, wie geschaffen um den Menschen dort Schutz vor Eindringlingen und Blicken von Aussen zu bieten. Die Felsen und Berge ragten hoch in den Himmel hinauf, wenn man empor blickte. Viele der Bewohner kamen nie über den Pass hinweg, der aus diesem Krater hinaus führte und sahen nicht mehr als die grünen Hügel, die - je höher sie wurden - immer nackter ihren grauen Stein preis gaben, bis dieser von einem weißen Schopf bedeckt wurde.

    In diesem Tal herrschten ein Kaiser und seine Kaiserin. In euren Ländern aber hätte man ihn wohl Fürst genannt, denn dort, wo dieses Land liegt, gibt es viele Kaiser und diese wiederum unterliegen einem… [Weiterlesen]
  • "Es war im Jahre 267, du hattest gerade erst dein fünftes Lebensjahr erreicht. Dein Vater hatte sich damals entschieden das Gut deines Urgroßvaters zu übernehmen. Der war mehr als erleichtert darüber, vor seinem Tod doch einen Erben zu haben, der nicht so stur war, wie sein eigener Sohn." Ein Lächeln huschte über die Züge des alten Mannes. "Ich wusste das dein Vater sich gut um alles kümmern würde. Ich glaube, es war Bestimmung, dass ihm die Menschen näher waren als die Elfen. Auch wenn mein Vater sich anfangs sträubte und es nicht gut hieß, dass nicht der eigene Sohn, sondern der Enkel das Familienvermögen weiter verwalten würde. Es blieb in der Familie, nur das zählte am Ende."

    Ein kurzes Schnaufen war von der Elfe im Hintergrund zu hören. "Nicht gut hieß, sagst du? Dein Vater hat mich gehasst, hat unseren Sohn gehasst bis er sich erbarmte und seinem Bitten nachgab. Er hat jede Entscheidung, die du damals getroffen hast verachtet und erst kurz vor seinem Tod kam er zur Vernunft."… [Weiterlesen]
  • Die Nacht war über den Wald eingebrochen. Nichts war mehr zu hören, außer das leise Rufen der Nachtvögel in der Ferne und dem Geräusch von Blättern, die sich im Wind hin und her wogen. Hier und da huschten einige Tiere über den Waldboden, wühlten das hinab gefallene Laub auf, ehe sie sich in ihren Höhlen verkrochen.

    Die Hütte stand still und scheinbar verlassen in mitten der Dunkelheit. Nur der sanfte Lichtschein, welcher schwach und flackernd durch eines der Fenster brach, ließ darauf schließen, das sich Leben darin verbarg. Ruhe war eingekehrt und auch im Innern der Hütte, hörte man nicht mehr, als das leise Geräusch, welches das Messer des Alten von sich gab, während es einige Stöcke bearbeitete. Immer wieder wurde die Klinge an dem Holz entlang gestrichen, fielen einzelne Späne dann lautlos zu Boden. Das Knistern und Knacken des Holzes im Kamin wurde nur hier und da von dem Klirren der Gefäße übertönt, welche die ältere Elfe gerade in einer Schüssel voll Wasser reinigte.

    Still… [Weiterlesen]
  • Die Sonne stand schon tief und begann den Himmel in viele Rot-, Orange- und Gelbtöne zu tauchen. Die Wärme, die der Tag in die Wälder brachte, wich langsam unter der Dunkelheit, die sich unter den Baumkronen ausbreitete. Bald würden auch die letzten Tiere ihre Nester und Höhlen aufsuchen und nur noch die dunklen Jäger wären am Ende zu gegen um die Langsamen, die Schwachen, die Unvorsichtigen und die Kranken zu jagen.

    Man sah ihr an, dass sie langsam zu frieren begann. Gänsehaut breitete sie auf den bloßen Armen aus. Die Haare, zu einem langen Zopf nach hinten geflochten, boten keinen Schutz vor dem kühlen Wind.

    Schien sie dies jedoch in keiner Weise zu interessieren. Still saß sie am Rande des Waldes, im Schatten eines Baumes und blickte hinüber auf die Felder der Menschen. Sie hatten heute damit begonnen, die Ernte einzuholen. Viele Stellen waren schon kahl und die Erde blickte nackt und dunkel zwischen abgeschnittenen Halmen hervor.

    Doch genau dort, wo die Erwachsenen sich so… [Weiterlesen]
  • Der Nebel lag noch über den Wiesen zwischen den Bäumen. Die Luft roch nach feuchtem Gras und klammer, kalter Erde. Die Sonne brach vereinzelt mit warmen, zittrigen Strahlen durch das raschelnde Laub der Bäume, welche mit jedem seichten Windstoß bewegt wurden. In der Ferne hörte man das Rauschen eines Baches, leise nur und wie eine wiegende Melodie, die das zwitschern der Vögel in den Bäumen untermalen wollte.

    An diesem Ort, zu dieser Stunde, war die Welt einfach nur ein Ort, an dem das Leben gerochen, geschmeckt und mit allen Sinnen gespürt werden konnte. Kein unerbittlicher Lärm der Menschen, der durch diese friedliche Melodie drang, keine Tiere, die gehetzt von den Straßen zurück in die dichten Wälder flüchteten. Keine Hunde die, die Nasen tief an den Boden gedrückt, durch das Unterholz gruben um ihre Beute zu jagen. Nur der Wald und die Tiere, die zu ihm gehörten. Und ein kleines Mädchen nahe eines Baumes.

    Das feuerrote Haar der Kleinen fiel ihr lang den Körper hinab, reichte… [Weiterlesen]