NOCTURNE (IC)

    • NOCTURNE (IC)























      Thalassa betritt die Bühne, ein silbergraues Kleid tragend, die dunkelgelockte Mähne hoch angesetzt zurückgebunden, aber hinten offen über die Schultern herabfallend.
      Schmuck und Armreifen in einem hellen Silber für die Kontraste. Ebenso die Augenlider und Wangenknochenpartie mit Kalkfarbe etwas hellschimmernd konturiert.
      So folgt sogleich das Eingangswort an die Zuschauer, sofern sich deren Aufmerksamkeit vollends auf die Bühne gerichtet hat und Ruhe eingekehrt ist.

      Wohlan, verehrte Damen, wie auch Herr'n,
      die heut Abend die Nachtigall beehr'n -
      im Namen aller Künsterleut',
      begrüß’ ich Sie mit größter Freud'.


      Die Arme ausgebreitet wird die Bühne hinter sich wie in einer Einladung präsentiert,
      trotz noch geschlossenen die Vorfreude steigernden Vorhangs.


      Seid gewarnt, wie auch gleichsam höchst gespannt,
      denn hinter Samt und Sonder und Brokat,
      verbirgt sich Wunder, Magie und allerhand
      Zauberhaftes, federleicht, in Drehung und Spagat.
      An einem sternenschweren Himmel steht auf Elions Geheiß,
      wie ein König mit Gefolge, der sich darzustellen weiß,
      ein heller Mond, von tausendfachem Schein umhüllt,
      und von mancherlei Gesang und auch Sehnsüchten erfüllt.

      Auf eine unbekannte Reise lad ich alle herzlich ein,
      durch Licht und Schatten, durch Wahrheit und auch Schein.
      Vielleicht auch Gefahr, denn die Dunkelheit ist nah,
      denn heißt es nicht fürwahr : die Nacht ist finster und gemein...?

      Mit einer bedeutungsschweren Mimik und nach einer galanten leichten Verbeugung, gleitet Thalassa rückwärts, noch den Blickkontakt mit der
      Menge haltend, und entschwindet schließlich durch den schweren roten Vorhang rückwärts von der Bühne.







      In Dunkelheit getaucht ist der Zuschauerraum bei Vorstellungsbeginn.
      Königsblaue Gaze-Kaskaden tauchen den Bühnenhintergrund in nächtliche Atmosphäre.
      Hier und dort blitzen kleine Glassplitter an den langen Stoffen sternengleich im spärlichen verteilten Licht,
      welches dank chemischer Salze in ungewohnt hellem Blau erstrahlt.
      Ein großer Sichelmond, aus Holz geschnitten, prangt in hellen Elfenbein-Tönen getüncht, mittig der Bühne.
      Zur Rechten flankiert von einem Flügel, schwarz wie die Nacht.








      In der Welt seiner Klänge huldigt Petrow der Nacht in all ihrer klaren, kalten Schönheit. Den Sternen und dem Mond, der Ruhe, welche die Nacht für das Leben bedeutet.
      Tagträumen und Schlafwandeln, Realität und Illusion verschmelzen in poetischen Klavierstücken zu einer sinnlichen Komposition, welche den Argwohn vor der Dunkelheit in faszinierte
      Neugierde zu wandeln sucht. Tatsächlich reflektiert Petrow die Musik mit solch einer Hingabe und Tiefe, als wäre er im Moment des Klavierspiels eins mit seinem Instrument.

      Die Musik







      Esmeret Eseri, die Herrin der Nachtigall höchstselbst, gibt ihr Debüt. Zart und fließend, wie die Melodien selbst, tanzt und räkelt sich ihr dunkler Körper voller Anmut
      im Halbrund eines Innenmondes. Offenkundig ist dieser ihr Spielgefährte und inmitten jener luftigen Höhe bringt die Tänzerin ein akrobatisches Stück zu Werke.
      So geht die Exotin in einen eleganten Spagat über, die Hände unterhalb aufgestützt, ehe sie sich kopfüber in eine Runde aufmacht, Beine und Po dreht,
      ersteres in einen Winkel setzt und schließlich eine Fußspitze an das untere Ende des Mondes tippen lässt, während die andere Spitze die gegenüberliegende Seite bedenkt.
      Auf diese Weise verharrt die Schönheit dann gebogen Sekunde um Sekunde, ehe sie sich im inneren des Mondes schlafen legt und die Beine langsam zu einem geraden Rad
      vollends hinab schwingt, diesmal gar Richtung Boden und diesen doch nicht erreichend, denn die Beine finden ihren Weg wieder voran gen untere Halbmondspitze.
      Dann ist es der obere Körper, welcher sich in Bewegung setzt, einen Arm nach dem anderen schwungvoll ausgestreckt, drehend, die Finger dabei inbegriffen.
      Immerzu und im Gleichtakt der bezaubernden Musik, tanzt die Exotin und wendet das Haupt zurück, biegt den Körper gänzlich in die andere Richtung und verlässt
      dabei den Spielgefährten. Weiter und weiter, bis allein die Füße an der Mondspitze halten müssen, doch wie soll das gehen?
      Die dunkle Tänzerin muss fallen und das tut sie gar im letzten Augenblick. Rasant geht es hinab und doch verliert die Dunkle dabei keineswegs ihre Anmut,
      als sie mit den Händen weich den Boden erreicht und wiederum in ein Rad nach hinten über gleitet. Flug und Tanz sind es zugleich, ehe es erneut in einem Spagat endet,
      der Körper dabei gerade aufgerichtet und die Arme zu einem vollen Mond, wie bei einer Ballerina, geformt.
      Tanz und langsame Akrobatik nähren dann weiterhin die Bühne und die Exotin gibt darin einen fremdländischen Schlangentanz.







      Dessa Donati, ein Menschenmädchen, das dem ersten Bilde nach auf seinen Fußspitzen geboren sein muss, löst die erhabene Akrobatin und Schlangentänzerin ab.
      Ihre Bewegungen sind fließend und leicht, ihr Körper immerzu gerade und gestreckt. Ein Schwanenhals zeichnet die junge Dame aus, welche mit wunderbaren Sprüngen und Pirouetten
      nach außen und innen, begeistert. Ihr Tanz spielt sich allein auf den Fußspitzen ab und Attitude und Arabesque wechseln im Takt der Musik,
      ehe ein neuer Sprung, eine weitere Drehung wagemutig zur Bühne gebracht wird.







      Thalassa tritt ganz am Ende erneut auf die Bühne, wo sie auf die entsprechende Stille im Publikum wartet.
      Sie hält in einer Hand eine Kerze, deren schwacher Lichtkegel die einzige Lichtquelle darstellt, während sie die Schlussworte spricht :

      Wohlan, dies war ein Lichterregen, ein Meer aus Träumen und gewiss auch lehrreich Segen.
      Denn es zeigte sich die Nacht in einem anderen Gewand,
      und so manch waches Herz hat' s mitunter selbst bei sich erkannt :


      Wo Licht ist, da ist auch Dunkelheit,
      und keine noch so tugendvolle Seele ist davor gefeit.
      Denn wie der Mond, der sich vorm Anbruch des Tages verneigt,
      hat ein jeder eine dunkle Seite, die er niemanden von uns zeigt.

      Kaum ist das letzte Wort gesprochen, pustet sie die Kerze aus und taucht die Bühne in Dunkelheit.








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    • Thalassa vom Silbersee



      Das Kleid von Thalassa ist ein langes, weich fallendes, klingensilbernes Kleid aus echtem,
      schimmerndem Samt. Der Ausschnitt ist bestickt mit vielen fliederfarbenen und sanftvioletten
      kleinen Schmucksteinchen. Der Gürtel ist aus Silberbrokat gefertigt, die Monde und die herab-
      baumelnden Sterne sind mit Mondstein und Glasperlen, sowie fliederschimmerndem Perlmutt
      verziert. Die Ärmel sind aus durchschimmerndem Chiffo und reichen fast bis zum Boden.



      Thalassas Maske ist kontrastreich; schwarz bemalte Lippen, stark konturierte Augenbrauen
      sowie betonte Wimpern, während der Rest von Stirn und ein Teil der Wangenknochen mit hellem
      Kalk bepudert ist. An der Stirn sind nach filigranster Feinarbeit viele, kleine, schimmernde Splitter
      auf die Haut setzt. Auch das schwarze Haar ist am Ansatz mit hellem Kalk angepudert.




      Esmeret Eseri




      Das Kleid der Mondtänzerin besteht aus vielerlei feinsten Schichten alabasterfarbener
      Farbe. Um die Beine fallen die mannigfaltigen Stoffreihen offen und locker, fast wie Flügel.
      Nach oben zum Korsett hin werden sie enger; münden schließlich in einem Gürtel aus
      schimmernder Seide. Das Korsett besteht aus filigran gearbeitetem Tüll und Spitze. Es ist
      an einigen Stellen bestickt mit Glasperlen, meist in Form von kleinen Sternen.




      Esmeris Maske ist vor allem von hellen Tönen dominiert. Ihr Gesicht ist flächendeckend
      abgepudert mit Kalk, die Augenbrauen mit heller Farbe nachgezeichnet und selbst die
      Wimpern wirken angehellt. Allerdings finden sich nicht nur im Haarschmuck der hoch-
      gesteckten, dunklen Mähne silberne und goldschimmernde Farbelemente, auch auf den
      Augenlidern findet sich diese Kombination wieder. Das Rougé ist sehr zart und gibt ihrem
      Gesicht etwas sehr puppenhaftes, zerbrechliches.



      Dessa Donati




      Das Kostüm der Prima-Ballerina wirkt beinahe, als wäre es von ihrem Schwanenhals
      inspiriert! Das Tütü besteht aus weißem Tüll, kombiniert mit sehr vielen, weißen und
      großen Federn auf Hüfthöhe. Das Korsett sitzt hauteng und auch am Ausschnitt finden
      sich betonend Schwanenfedern mit einem kleinen, rubinroten Schmuckstein.


      Die Maske der Ballerina ist indes schlicht gehalten, aber voller Details. Ihre Lippen
      sind zart rosé, und an den Augen finden sich sehr fein gemalte, verschiedenfarbige
      Blumen über das ganze Lid verteilt und an der Wange entlang. Ihre Haare sind zu einem
      streng-typischen, festen Dutt am Hinterkopf hochgebunden. Der Dutt selbst ist mit feinen
      Stoffblumen verziert, die die gleiche Farbe wie die Malerei an den Augen hat.

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    • Am Abend, sowie später gen Mitternacht kann man die Vorstellungen besuchen, deren Kartenvorverkauf bereits Wochen zuvor im Gange ist.
      Heller Weißwein und erfrischender Holundertrunk wird in schmalen Gläsern serviert, leichte Kanapees auf Wunsch dem leiblichen Wohle dargereicht.
      So wird es Leckereien geben, wie knusprige Ciabatta-Brötchen, dünn belegt mit Schinken, Tomatenscheibchen, Mozarella und Rucola,
      oder aber Weißbrot-Häppchen mit Lachs, schwarzem Kaviar, und Frühlingszwiebeln.





      Regie & künstlerische Leitung:
      Esmeret Eseri / John Bryce

      Tanzdarbietung:
      Esmeret Eseri / Dessa Donati

      Klavier:
      Dimitrij Petrow

      Begrüßung & Schlussworte:
      Thalassa vom Silbersee

      Bühnenbild & Visualisierung:
      John Bryce

      Maskenbild & Kostüm:
      Jordys Niewinter

      Leibliches Wohl, Kartenkontrolle & allgemeine Ordnung:
      Archen Manis





      ooc
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      Allerherzlichsten Dank an alle Beteiligten, für Texte und Bilder..es war ein mega Teamwork <3
      Einleitungstext von Rilke
      Alle weiteren Texte sind von den jeweiligen Spielern selbst verfasst.

      Federtanz, Maevan, Sappho, Archen, Tian



      Bild-Quellen
      Thalassa: tagtraumkleider.de/Thumbnailga…y_Kleid.html?ref=wishwall
      jkissa.tumblr.com/post/6912312…5%A1i%C4%87-makeup-artist
      Ballerina: etsy.com/de/listing/233711956/…tum-swan-lake-odette-tutu
      flowers-dezdemon.xyz/2016/02/29/hello-%E2%99%A5-2/
      Esmeri: confettidaydreams.com/vintage-wedding-dresses/
      - to be continued -


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