Gossengeflüster

    • In den frühen Morgenstunden gab es wieder mal einen Aufruhr. Die Bewohner des Armenviertels tuscheln miteinander, dass es Otto den Säufer aus der Kapelle erwischt haben soll. Zu Brei habe man seinen versoffenen Schädel geschlagen. Ein Vergeltungsschlag der Grebe Bande ? Die räudige Hündin des Säufers tigert nun rast und ruhelos durch die Gassen des Viertels und stößt ein herzerweichendes Geheul aus. Armes Vieh !
    • wohl kann man im Armenvirtel vereinzelt Stimmen Hören die behaupten die kleine Tattowierte Demonstrantin die fast Täglich auf die Straße zum aufstand geht in letzterzeit häufiger mit Gutbetuchten oder Adeligen anbandelt.
      "Auf das Du im Himmel bist, bevor der Teufel weis das du tod bist"
    • Besinnlicher Moment



      Manch einer mit guten Ohren könnte gestern Abend im Armenviertel verharrt haben und Not sowie Elend für einen Moment vergessen haben. Eine gar wundersamme Melodie hat sich durch die Winkel und Gassen geschlichen. Die lieblichsten Flötentöne waren es welche an die Ohren der aufmerksammen gedrungen sind und diese wohl verzückt haben.
      Woher sie kamen, das kann keiner so wirklich sagen denn gesehen hat niemand den Flötenspieler oder die Flötenspielerin.

      Manch einer behautet das die Töne aus dem Untergund kamen, der Kanalisation.



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      Finde leider nix ohne Gedudel im Hintergrund also bitte einfach das wegdenken X/


    • Der besinnliche Moment, der den ein oder anderen Bewohner tatsächlich hat inne halten lassen, um zu lauschen.. hielt nicht lang. Am heutigen Morgen fand man eine Kinderleiche im Nahen Fluss mit einem Stein beschwert. Hettie, die Waisenhaus-Oma des Viertels wirkt zerschlagen und in sich gekehrt. Vor zwei Tagen hatte man sie übel zusammen geschlagen, aber darauf geachtet, sie nicht zu schwer zu verletzen. Im Zuge dessen, hatte man die kleine Mathilda geraubt, deren Körper dann letztlich nur noch tot geborgen werden konnte.

      Der Aufruhr der beiden Banden im Viertel fordert unschuldige Opfer und lässt die Stimmung unter den Gefrierpunkt sinken.
    • Bereits seit längerer Zeit wurde der als Schleifer bekannte Schlägerkönig der Gosse nicht mehr gesehen...

      Bis zum letzten Morgen, an dem er auf einen Gehstock gestützt und von seinen Kumpanen flankiert durch die Gosse stolzierte. Die vermeintlichen Gerüchte um seinen Tod scheinen damit nun gänzlich ausgeräumt.
    • Die Ratten kommen aus ihren Löchern gekrochen...

      ...und bringen Regsamkeit ins Armenviertel. Es ist kein Geheimnis, dass die Rivalität zwischen den Banden einen erstmaligen Höchststand erreicht hatte. Neu ist jedoch, dass sich im deutlich verkleinerten Herrschaftsgebiet des Marders, wieder Aktivität zeigt. Gesehen hat ihn noch niemand und somit bleibt das Gerücht bestehen, eine der dutzenden Krankheiten habe ihn dahin gerafft- doch in seinem Namen wird wieder fleissig gehandelt und Position bezogen.
      So kann man durch die vergilbten Fenster seines Büros wieder dauerhaft Licht erkennen seit wenigen Tagen, wo auch immer wieder vereinzelt Leute ein und aus gingen. Allen voran die hoch gewachsene Blonde, wo die Leute nicht sicher sind, ob sie nun Marders persönliche Hure ist, nur eine enge Vertraute, oder einfach ein gut bezahltes Mädchen für alles was anfällt.
      Gewiss ist jedoch: der Geschäftsraum des Gossenprinzen ist wieder besetzt und die Münzen rollen.

      Doch dabei bleibt es nicht.

      Der Gestank von Dreck und Siechtum, wird immer mehr von der milden Süße gerauchten Rauschkrautes überlagert. Dort, wo sich kleine Bettlergruppen zusammen gerottet haben und kaum mehr im Stande scheinen ihrem eigenen Saft zu entsteigen, hat das Elendsgejammer merklich abgenommen und ist gegenwärtig nicht mehr, als leises Raunen. Jene Bewohner des Viertels, die mit dem Fluss des Lebens dort schmerzlich vertraut sind, können recht leicht erkennen, dass drei der Grüppchen ungewöhnlich groß und auch ruhig geworden sind. Es fehlt der Kampfeifer um die besten Plätze und Beutemöglichkeiten, oder um die schattigsten Plätze um sich zu verkriechen.
      Jene Bettler, schwer kranke, oder anders behinderte Bewohner die kein festes Dach mehr über dem Kopf haben, scheinen zumindest für den Moment vom Kraut besänftigt, auf irgendwas zu lauern.
      Die leeren,stumpfen Blicke mögen bleiben- doch wenige haben sich zögerlich wieder auf die Gassen gerichtet.


      Was wäre Vernunft und Nüchternheit ohne das Wissen vom Rausch, was wäre Sinnenlust, wenn nicht der Tod hinter ihr stünde?
      Hermann Hesse



    • Nachdem schon vor Wochen immer wieder das Gerücht von neuen Kraut-Händlern aufkam - der Lumpenheiler und die Kleine, die immer auf der Mauer hockt -, war Letztere diese Nacht bereits eifrig und hat viele der vorher angeworbenen Kunden beliefert. Entsprechend macht es langsam im Armenviertel die Runde: Aus Worten sind Taten geworden und bei der Kleinen zumindest gibt es nun Rauschkraut zu kaufen.
    • "Hast du Yjakov gesehen? ... Hat irgendwer Yjakov gesehen?"

      Die verzweifelte Frau des bekannten Schlägers ist heute auf den Straßen herumgeirrt und erzählte jedem, der nicht schnell genug weghören konnte, dass ihr Mann Yjakov gestern Abend das Haus verließ, um zum Handwerksviertel zu gehen, wo er für diese neue Spelunke als Türsteher anfangen sollte, jedoch nie zurückgekehrt war. Diese Chayza hätte ihm die Stelle verschafft, doch die hätte ihn auch nur das Armenviertel verlassen und nie zurückkehren sehen.

      "Morgen gehe ich zur Wache, die ... die werden doch bestimmt etwas unternehmen, oder? Oder?!"

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    • "Da hat's den Heiler mal selbst erwischt."
      "Jau und der ist ja furchtbar, wenn er mal krank ist. Ganz wehleidig und total unfreundlich."
      "Tin ist doch immer so!"
      Kurzes Schweigen. Anschließend wird das Gespräch neu aufgerollt.
      "Jedenfalls lässt der aktuell so ziemlich niemanden zu sich sein. Hat sich wohl auch endlich mal einen Riegel für die Tür geholt ... oder 'nen Stuhl untergeschoben. Ich kam nich' rein, als ich mir Rausch.... äh .... ein Heilmittel geben lassen wollte."
      "Du kannst ja immer noch zu der anderen gehen, mit der er oft genug herum hängt."
      "Chayza? Ne, Danke, die verkloppt mich nur!"
      "Die mein ich auch nicht..."

      Tin ist krank und er liegt - die engsten Bekannten sollten es wissen - mit Fieber im Bett. Da ist klar, dass man niemanden um sich haben möchte. Bis auf wenige Ausgesuchte verweist er jeden des Hauses.

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      ooc: Tja, mir fiel nichts Besseres ein. Mir geht's wie Tin. Ich hab seit gestern Fieberschübe und lieg die meiste Zeit im Bett. Also nicht wundern, wenn ich erstmal nicht online bin, mir ist das Sitzen am PC zu anstrengend.
    • Jeder, der die Höhle oder das Büro des 'Marders' im Blickfeld hat, könnte erkennen, dass Olaf selbst wieder vor dem Eingang Wache steht bzw. Hünenhafte Schläger dort postiert wurden; nach der Stille folgt Präsenz - was es damit auf sich hat, lässt sich wohl nur erahnen. Olaf selbst, im weißen Albinopelz auf dem Rücken, verkehrt durch die Gassen und wirft so manchen über Dächer und Stadt.
      'Ney, Sterblicher - der Allvater wacht nur über die Reinen; Eure Degenerierung ist ein Makel, hinfort Gewyrm!'

      'Eure Schönheyt verblasst im Antlitz des Prächtigen.'

      'Lustbarkeit in Form frommer Äpfel, dazu ein guter Weyn und man ist im Augenblick der Apotheose näher?'
    • Gebrüll will man aus der Hütte des kränklichen Heilers Tin gehört haben, seine fürchterliche Azubine und er sollen sich angekeift haben so sagt man..... na..... viel mehr habe sie wohl den Gossenarzt angeschriehen. “du trinkst dat jetzt!“ oder Worte wie “stell dich nich so an, das gesund.... muß scheiße schmecken!!“ einer will einen Wadenwickel gegen die milchige Scheibe fliegen gesehen haben “Aaarhg“ hörte man das Gör schrein “du bist schlimmer als'n Kind es is nur ne Grippe, Grip....peee....!! Was bitte soll ne Männergrippe sein? Zeig mir ein Buch wo DAS steht!!“ der arme kranke Heiler.

    • " Er lebt " - " Hättsch'ja nich' gedacht!" - " 'n schwarzen Tod hat er sich eingefangen." - " Ney, Syphilis - Tripper un' Filzläuse!" - " Als ob DEM irg'ndwer freiwillig die Hose öff'n würde. Widerlich "

      In all dem Elend das wie ein, nach Unrat stinkender Nebel über den schmutzigen Gassen des Armenviertels liegt, bleibt doch immer noch Platz für Tratsch. Auch an diesem Morgen - an dem sich die Sonnenscheibe getrübt von Regenwolken nur latent am grauen Firmament zeigt. Unter die Schreie der Demonstranten die, kaum das der Morgen graut, altbekannte Hassparolen schmetternd, in einer großen Traube die Gassen verstopfen - mischt sich das Raunen. Von einem Ohr zum nächsten getragen - verbreitet sich der Tratsch schneller als die Flöhe von einem Schädel zum nächsten springen können.

      " Hab' ja nich' mehr dran geglaubt das wir seine Hackfresse nochma' zu Gesicht bekomm'n."
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      Geschäftiges Treiben hielt Einzug in der kleinen Gasse nahe des Armenfriefhofs. Ein Riese - dessem Gesichtsausdruck man die Intelligenz eines trockenen Brotes problemlos andichten konnte - schleppte Möbel aus einem Gebäude, in dem man bis zu diesem Tag das Büro des Marders finden konnte. Dicht auf seinen Fersen - konnte man den kränklich anmutenden Mann erblicken, auf dessem Kopf ein alter Dreispitz thronte. Wer dem einseitigen Gespräch des sonderbaren Gespannes lauschte, wurde darüber informiert - dass dem Riesen seine Lieblingszehen abgefallen waren. Mutter Schlange hatte ihm neue geschenkt! So posaunte der Gigant in basslastiger Stimme. Und wo sich bereits neuer Tratsch durch die Gassen wühlte..

      " Zeh'n sin'm abgefall'n " - " 'ch sag ja, der schwarze Tod - so fängt er an! Zuers' faul'n dir die Zeh'n ab, dann der Schwanz un' am Ende die Nase." - " Was red's du für'n verfickt'n Dünnschiss?" - " Na 'm Marder sin' die Zehen abgefault."

      Sah man mancher Orts nachdenkliche Gesichtsausdrücke.

      " Er zieht sich zurück! Hat's Büro geschloss'n." - " Nach'm Krieg den der Schleifer losgetret'n hat, muss'a 's." - " 's dürre Weib hats doch besänftigt " - " Glaubs' auch nur du! 'm Grebe pisste nich' einfach so ans Bein!"
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      Ein Regentag im Elendsviertel. Und doch einer der Hoffnung sprießen ließ in manch einem Herzen. Denn - auch wenn es offenkundig ein Rückzug war, mit dem der Marder seine Rückkehr einläutete - war doch eines gewiss.

      " Den kriegs'e nich' klein. Wirs' seh'n. 's geht bergauf. Der Marder hatte immer Arbeit."

      Ja, der Marder war zurück gekehrt in sein Habitat. Zurück in den Mief des Elends, den aufgestauten Unrat in den Gassen.
      Er war nicht tot. Er lebte. Und auch wenn sein erster Schritt ein Schritt zurück sein mochte -
      war es doch gewiss, er holte nur Anlauf.
      Um dem ewigen Kampf ein weiteres mal die Stirn zu bieten.




    • Tratsch aus der Gosse:

      "Da muss ja irgendwas ganz Schlimmes vorgefallen sein bei der Wache."
      "Als würde bei denen mal etwas positiv für uns enden. Hast doch neulich auch wieder in der Zelle gesessen zum Ausnüchtern."
      "Nein. Also ja, schon, aber ich meine was wirklich Ernstes."
      "Was'n?"
      "Das Rotzgör vom Gossenheiler hat den heute aus der Wache begleitet. Der war irgendwie neben sich. Er hat vor sich her gebrabbelt. Was genau es war, hab ich nicht verstanden, aber selbst in seiner schlaflosesten Zeit war der nicht so bleich um die Nase. Dachte zuerst, die kleine Frigga bändelt da mit 'nem waschechten Geist an."
      "Laber keinen Scheiß, Mann!"
      "Doch, muss schlimm gewesen sein! Ich hab vorhin mal durch sein Fenster geschaut. Ich meine, jetzt ist schon tiefste Nacht und bei ihm brannte immer noch Licht. Da lag der auf dem Bett, hat sich nicht gerührt. Ich dachte schon, der ist hinüber."
      "Der wird um die Zeit geschlafen haben, Mann! Denk doch mal nach!"
      "Nene, der war wach. Hat einfach auf'm Bett gelegen und in die Leere geglotzt. Deshalb dachte ich ja, der ist tot. Aber dann hat er mich angeschaut. Da dachte ich immer noch, er ist tot, so leer war seine Visage. Wusste nur, dass er noch lebt, weil er sich rumgedreht hat."
      "Vielleicht ist er doch hinüber und es waren Ratten in seinen Eingeweiden, die ihn bewegt haben."
      "Jetzt machst du mir richtig Bammel ... ähm .... wenn's richtig anfängt zu stinken, können wir ja nochmal nachsehen. Ähm ... meinst ... meinst du, ich könnte seine Bratpfanne haben? So als Erbstück. Bin ja sowas wie sein allerbester Kumpel, nä."
      "Ich sagte: Laber keinen Scheiß, Mann!"


      ooc-Info:
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      RP vorerst nur auf Anfrage. Ich bin zwar da, Tin wird aber aus ic Gründen das Haus nicht von selbst verlassen und einloggen, um nichts zu tun, will ich auch nicht. Einfach per PN oder Skype anfragen :)


      Edit: Ab sofort wieder regelmäßig da, auch im open RP :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kazel ()

    • Von schartigen Münzen und poliertem Silber

      Seit den Morgenstunden kocht die Gerüchteküche im Armenviertel, wo sich zwei Handkarren durch die Meute an Wachen und Demonstranten gekämpft haben. Das Ziel? Der Laden vom toten Costa, wo zwar seit Monaten immer wieder mal jemand ein und aus ging, der aber bis hier hin stets geschlossen war.
      Ein Umstand der sich nun scheinbar ändert, denn kaum das die Ware ihr Ziel gefunden hatte, nagelte ein hoch gewachsenes Weib in guter Kaufmannsklamotte einen Anschlag an die Tür und verschwand wieder im Laden.

      Eröffnung am ersten Werktag der kommenden Woche.

      Sonderangebote:
      eingelegte Zwiebeln & Gurken
      Erdbeermarmelade
      Zeltplanen
      Tartschen


      Ankauf:
      Medizinische Güter
      Alkohol jeder Art
      Schmuck
      Farbpulver



      Wer kann davon gehört haben?:
      -Bewohner des Viertels
      - An den Sperren postierte Wachen& friends
      - Besucher des Marktes, wo der Tratsch hin getragen wurde- samt ein paar weiterer Exemplare des Anschlags


      Ooc:
      Spoiler anzeigen

      Wir habens dann mal endlich geschafft! :D
      Eröffnung wird Montagabend der 10.10 ab 20:30 Uhr sein. Nähere Informationen zum Laden findet ihr hier:
      Zur schartigen Münze
      Der Thread wird bis zum Wochende noch mit den letzten Informationen und Bildern versorgt, damit auch jeder weiss, wo er den Laden findet.

      Zuletzt noch ein kleiner Wunsch:
      bitte bedenkt, dass der Laden im Armenviertel ist. Wir haben uns bewusst dafür entschieden und in Kauf genommen, zu Beginn nicht jede Schicht offen bedienen zu können. Das heisst: bitte seht davon ab mit gut betuchten Chars offen aufzuschlagen, die mehr Tamtam an sich tragen, als die meisten wahrscheinlich besitzen.
      Seht davon ab, euch wie King Lui auf der Straße zu benehmen, wo zarte Mädchen Demonstranten herum schubsen um cool auszusehen und man sich von einer Straßenseite zur nächsten teleportiert.

      Es gibt genügend andere Mittel und Wege mit uns ic ins Geschäft zu kommen. Nutzt sie, denn genau das generiert Spiel das wir wünschen. Belebt mit uns ein Viertel, in dem es den Leuten schlecht geht, in denen Angst und Argwohn kursiert- denn genau das ist es, was das Viertel ausmacht.

      Somit freuen wir uns auf euch!
      See ya, die Truppe der schartigen Münze <3


      Was wäre Vernunft und Nüchternheit ohne das Wissen vom Rausch, was wäre Sinnenlust, wenn nicht der Tod hinter ihr stünde?
      Hermann Hesse



      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Katzington ()

    • Wo: Armenviertel, genauer, vor der schartigen Münze

      Was: Irgend ein Frühaufsteher hat noch bevor die Sonne aufgegangen ist
      vor der schartigen Münze am Treppenaufstieg ein kleines Präsent plaziert:




      Es hängt kein Zettel dran, keine Nachricht oder ähnliches. In der "Kotze" des ausgehöhlten
      Kürbis sind allerdings ein paar Fischgräten zu sehen..... und eine kleine Kerze steht auch drin,
      die den Kürbis dementsprechend bei Dunkelheit und Dämmerung beleuchtet.


      Ein weiterer Kürbis wurde desweiteren vor einer Wohnung im Marktviertel abgelegt und brennt
      munter mit einer kleinen Kerze im Innern in der Herbstdämmerung vor sich hin. Ein paar
      Marktweiber sagen, dass die Wohnung von einer dieser seltsamen Schauspieler-Leute der
      Nachtigall bewohnt wird.

    • und täglich grüßt der Kürbis!

      Wo: Armen- & Marktviertel

      Kurz vor Ende des Marktes, wo erste Händler und Verkäufer sich schon anschickten ihre Waren langsam wieder einzupacken, fiel ein gutes Dutzend zerlumpter Gestalten über die Auslagen her. Der erste Schreck der armen Verkäufer schwand schnell, als unter den dreckigen Kutten und Hemden tatsächlich ein paar bare Münzen zum Tausch geborgen wurden, oder man um die Waren feilschte; wo also keine Münze an die Händler ging, griff man manches Gemüse gegen schlichte Arbeitshilfe ab.

      Einen ganzen Handkarren voll hat die Meute sich unter den wachsamen Argusaugen der dortigen Wachen erhandelt und die Beute ins Armenviertel gezogen, bis hin zur alten Krämerstube- vor deren Türe schon ein riesiger Kochkessel über einem Feuer vorheizte.
      Teile der Nahrungsmittel wurden in den Laden gebracht, ein noch größerer Teil aber - allen voran Kürbisse und Grünkohl- blieben draussen, um bald darauf einer emsigen Schar älterer Weiber zum Opfer zu fallen, die im gluckenden Haufen Kohl rupften und Kürbisse ausnahmen.

      Alles reichlich suspekt, wo selbst der alte Gassenfäller Jodrik- seines Zeichens ein Plappermaul schlecht hin- sich grinsend über den Kocheifer der Weiber ausschwieg und stattdessen, wider seiner Natur, anfing die Ladengasse bis zur Unterführung auszufegen.
      Dafür sind es die Kinder, die mit den wildesten Theorien hausieren gehen:
      Angefangen damit, dass die alte Hettie ihre Kinder einkochen will,man ja gar keinen Kürbis, sondern Rauschmitteleintopf für die Weberin kocht, dass man das alljährliche Opferessen für den Marder bereitet, die Toten Tiere von Ree verbrät, bis hin zum Giftanschlag auf den Grebe, ist alles dabei.
      Die wenigen Gören die keinen Gefallen am Gerüchte verbreiten fanden, durften dafür verspätet Kürbisse schnitzen.

      Was es damit nun genau auf sich hat, dass einige Ausserwählte scheinbar die nächste Zeit mit Essen versorgt werden, gilt es also heraus zu finden; vielleicht fängt man am besten am morgigen Markttag an, wo zwei junge Frauen in Begleitung dreier Kinder, geschnitzte Kürbisse und getrocknete Kürbiskerne verkaufen- wenn sie nicht gerade am Gemüsestand des alten Bauern Marco aushelfen, der vor allem für seine zarten Hühner, sandigen Kartoffeln und stets schief sitzenden Hosen bekannt ist.


      Ooc: sollte wer dem ganzen nachgehen wollen, darf er mich gerne anschreiben ;)


      Was wäre Vernunft und Nüchternheit ohne das Wissen vom Rausch, was wäre Sinnenlust, wenn nicht der Tod hinter ihr stünde?
      Hermann Hesse



    • Wo: Hinterzimmer einer Spelunke in Heidel


      Der Staub wirbelt im fahlen Lichtstrahl, den das mit Stofffetzen verhangene Fenster einlässt, wild umher. Als einzige Lichtquelle in diesem engen Raum, die bloß den wackligen, mit löchern durchsiebten Holztisch berührt.
      Der stechende Geruch und bläuliche Qualm von schlechtem Tabak zieht durch die Luft - fabriziert von der handvoll Personen, welche sich an besagtem Tisch gerade eine zögerlichen Partie Karten hingeben. Aufgetürmt in der Mitte - einige wenige Münzen, gerade mal genug für eine Tagesration Brot.
      Die Spieler - runtergekommenes Straßengesocks mit löchrigem Schuhwerk und verlebten Visagen, hüllen sich überwiegend in Schweigen. Steigt doch gerade die Spannung, wo sich nur noch zwei der Beteiligten im Spiel befinden.

      "D's g'hört 'n wohl mir, wa?!" lässt der eine mit zahnlosem Grinsen verkünden, als er sein Blatt niederlegt und eine Straße offenbart. Seine dreckigen Finger fahren bereits nach der Beute in der Mitte des Tisches aus, ehe er von seinem Gegenüber unterbrochen wird...
      Aus dem Schatten des Raumes, fahren die Hände des zweiten in die Mitte des Tisches hervor. Ein schreiender Totenkopf prangert auf dem linken Handrücken, während die rechte vernarbt von einem Brandmal ist, welches den Rumtreiber als Mörder identifiziert.
      "'ch denk' nich..." - ertönt es kratzig, während vier offenbarte Könige die Partie für sich entscheiden, und der Kerl sich nun selbst vorbeugt um die Münzen einzustreichen.
      Fettige, schwarze Haarsträhnen fallen in das abgemagerte Gesicht, welches von einem Zottelbart umrahmt wird...


      "Neue Runde neu's Glück, meine Herr'n.." -erwidert der Gewinner, ehe er sich genau so schnell wieder in den Schatten zurücklehnt, wie er sich aus ihm heraus begeben hatte.....